Auszüge aus der Vereinsgeschichte des ASSV Letmathe 1898

Laut Gründungsprotokoll wurde der heutige ASSV Letmathe 98 am 16.Oktober 1898 aus der Taufe gehoben.
Die Gründungsversammlung fand im heute noch bestehenden Gasthoff Pollmeier im Letmather Ortsteil Genna statt.
30 Personen traten dem Verein bei, der den Namen TV Westfalia Letmathe erhielt.
Zunächst wurde der Schwerpunkt auf Turnen gelegt.
Durch Unstimmigkeiten im Letmather Turn Verein 1877 traten viele Mitglieder zu Westfalia über.
Erster Höhepunkt im Vereinsleben war das Turnfest in Letmathe im Jahre 1903,
an dem 25 Vereine teilgenommen haben. Im Jahre 1906 wurde die alte Vereinsfahne eingeweiht.
Anfang des 20.Jahrhunderts gewann der Fußball immer mehr an Popularität.
So auch in Letmathe.
Hauptsächlich Jugendliche aus der Helmke und der "Langeruhte" fanden sich zu ersten Fußballspielen
bei Westfalia Letmathe zusammen, so dass das Turnen immer mehr in den Hintergrund trat.
1911 gründete sich ein weiterer Fußballclub "FC Letmathe 1911", der aber nur kurze Zeit bestand.
Der erste Weltkrieg setzte alle Bemühungen zur Ausweitung und strafferer Organisation des Fußballsports
in Letmathe ein Ende. Fast alle Mitglieder wurden zu den Waffen gerufen, viele sahen die Heimat nicht wieder.
Nach Beendigung des Krieges im Jahre 1918 fand man sich schon bald zur neu Organisation des Fußballs zusammen.
Eine einberufene Generalversammlung taufte den Verein in " Allgemeiner Spiel- und Sport Verein Letmathe 1898 "um.
Die Lennewiese in Stenglinsen wurde zu einer jährlichen Pacht von RM 100,- übernommen
und zu einem Fußballplatz ausgebaut.
Die Anlage war recht einfach, jedoch stellten sich drei große Nachteile immer wieder ein:

1. Der Platz lag im Strombereich der Lenne und bei stattfindenden Fußballspielen ging das Ballmaterial
ständig die Lenne hinunter.


2. Bei jedem Hochwasser wurde der Platz zerstört.

3. Der Platz lag vollkommen frei. Im Jahre 1923 gelang es, im Ostfeld ein vier Morgen großes Areal für RM
500,- jährlich zu pachten. Ein großes Problem war die Begradigung des Geländes, um es als Spielfeld
nutzbar zu machen. Für den Verein war es eine große Anforderung an finanziellen und ideellen Einsatz,
der aber durch große Einsatzfreudigkeit der Mitglieder bewältigt werden konnte.
Im gleichen Jahr konnte das 25 jährige Vereinsbestehen mit einem 2:1 Sieg im Jubiläumsspiel gegen
Iserlohn 05 gefeiert werden.1925 konnte der "Sportplatz Im Ostfeld" eingeweiht werden.
DasEinweihungsspiel wurde gegen den damaligen Gauligisten Hagen-Eppenhausen 1:6 verloren.

1933 wurde zur Vergrößerung der Anlage ein weiterer Morgen hinzugepachtet und der Platz mit einer
kompletten Einfriedung versehen. In der damaligen Zeit der Arbeitslosigkeit fanden sich viele Helfer, die
vom Verein mit Butterbroten und Essen unterstützt wurden. Zusätzlich wurde ein Brunnen angelegt, um
ständig über Wasser zu verfügen. Nach Fertigstellung der Arbeiten wurde seinerzeit diese Anlage
seitens des Verbandes als ein Musterbeispiel des Idealismus dargestellt.


Sportlich gesehen war die Zeit für den ASSV nicht besonders glücklich. Trotz häufiger Meisterschaften in
der A-Klasse gelang der so erhoffte Aufstieg nicht.

Dann kam 1939 der zweite Weltkrieg, der Letmathe 98 in der Aufwärtsentwicklung gewaltig störte und auch
einen weiteren Ausbau des Sportplatzes verhinderte. Der Spielbetrieb wurde im Krieg schon bald mangels
fehlender Aktiven eingestellt. Durch fehlende Einnahmen und Mitgliedsbeiträge konnte der Verein seinen
laufenden Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Die Stadt Letmathe wurde um Unterstützung gebeten
und kaufte das gepachtete Grundstück. Nach Neuordnung der Verhältnisse nach dem zweiten Weltkrieg
wurd erst im Jahre 1948 zwischen der Stadt und dem Verein ein Erbbaurechtsvertrag auf 80 Jahre
abgeschlossen. Der Sportplatz "Im Ostfeld" war bis 1964 Heimspielstätte des ASSV Letmathe 98. Zu
diesem Zeitpunkt wurde das Gelände für industrielle Zwecke benötigt. Die 98ger zogen um und spielen seit
dem im "Waldstadion" eine neu errichteten Anlage an der oberen Schwerter Straße. Für die Aufgabe des
Sportplatzes Im Ostfeld räumte die Stadt Letmathe dem Verein ein vertraglich abgesichertes, unbedingtes
und kostenloses Vorspielrecht ein.

Sportlich folgte nach dem 2.Weltkrieg die Blütezeit des ASSV Letmathe 98. 1948 spielte zum 50 jährigen
Bestehen Fortuna Düsseldorf im Ostfeld 2:2 vor 5000 Zuschauern. 1949 stieg die 1.Mannschaft in die
Landesliga auf, dem ein Jahr später der Aufstieg in die Westfalenliga ( höchste Amateurklasse ) folgte. Als
diese Klasse 1953 aufgelöst wurde, nahmen die Letmather einen respektvollen 8.Tabellenplatz ein. Bis
1960 spielte man in der Landesliga, die damals noch die höchste Amateurklasse war. Es folgte der Abstieg
in die Bezirksliga, ehe 1971 nochmals der Aufstieg in die Landesliga ( inzwischen 2. Amateurklasse )
gelang. Drei Jahre konnte diese Klasse gehalten werden, bis dann die endgültige Verbannung in die
Niederrungen der unteren Klassen (bis zur Kreisliga B) erfolgte. Nach einem einjährigen Intermezzo in der
Bezirksliga in der Spielzeit 1994/95, wurde 1998 erneut die Meisterschaft in der Kreisliga A errungen und
somit der Aufstieg in die Bezirksliga perfekt gemacht in der der ASSV auch heute noch mit gutem Erfolg
spielt.